05 FORSCHUNG

Schon lange engagiert sich die GSW bei der Entwicklung KI-gestützter Anwendungen im Wohnungssektor. Zum einen, um die Wohn- und Lebensqualität älterer Menschen zu verbessern und zum anderen, um die Dekarbonisierung ihres Bestandes effizienter zu gestalten.

Woran wir forschen


5.1 GSW forscht weiter zu KI-gestützten Anwendungen

Die GSW engagiert sich aktuell als Forschungs- und Anwendungspartner in zwei Projekten, die sich mit KI-gestützten Smart-Living-Anwendungen und KI-gestützten Heizlösungen beschäftigen. Beide Projekte nutzen Erkenntnisse aus der 2023 finalisierten digitalen Plattform ForeSight für Smart-Living-Anwendungen, für welche die GSW bereits ein wichtiger Partner war.

Auch in den beiden aktuellen Projekten bringt die GSW ihre wohnungswirtschaftliche Expertise ein. Sie ermöglicht den Zugang zu Gebäuden und stellt den Kontakt zu Mieter*innen her, die sich als Projektbeteiligte zur Verfügung stellen. Gleichzeitig vermittelt sie den Projektpartnern aus Forschung und Industrie, welche Anforderungen aus Sicht der Nutzenden und damit der Mieter*innen berücksichtigt werden müssen. So achtet die GSW beispielsweise auf rechtliche und ethische Aspekte von KI-gestützten Anwendungen im Wohnungsbereich. Beide Projekte werden vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) im Rahmen von Technologieprogrammen gefördert.


Nachdem die GSW zusammen mit ihren Partnern 2022 mit ihrem Vorschlag die Wettbewerbsphase gewonnen hatte, startete Anfang 2023 das Projekt „SECAI - Sustainable heating through Edge-Cloud-based AI Systems“ oder „Edge-Cloud-basierte KI-Systeme für nachhaltiges Heizen“.

Das Ziel von SECAI ist, das Heizen von Wohnungen in Mehrfamilienhäusern mit Hilfe von künstlicher Intelligenz und Edge Computing (Daten werden vor Ort und nicht zwingend in der Cloud verarbeitet) effizienter zu gestalten. 


Das Projekt konzentriert sich auf drei Themenfelder: 

  1. transparentes und effektives Heizen ohne Komfortverlust in den Wohnungen der Mietparteien
  2. Erkenntnisse aus dem Heizverhalten aller Mietparteien innerhalb eines Gebäudes in Kombination mit Wetterprognosen nutzen, um die optimale Wärmeenergie bereitstellen zu können
  3. Motivation der Mietparteien

Durch den Vergleich der Daten aus drei Heizperioden soll aufgezeigt werden, dass die Projektidee eine tragfähige Basis darstellt, um durch künstliche Intelligenz eine nachhaltige und effiziente Heizungssteuerung in Bestandsgebäuden zu realisieren. 


5.2 Wissens- und Know-Transfer zu AAL und Barrierefreiheit

Wie in den vergangenen Jahren haben wir die Assistenz-Wohnung in Waiblingen auf Stand gehalten und für zahlreiche Präsentationen und individuelle Ad-hoc-Beratungen zu Ambient Assisted Living (AAL) genutzt. In Workshops, Vorträgen, Schulungen und Beratungen wurden Barrierefreiheit, Hintergründe zu einer technischen Basisausstattung, zum Einsatz von Assistenzanwendungen und auch zur Nutzung moderner Technologien vermittelt, die den Alltag von Senioren erleichtern.

Mitte August 2023 startete das Projekt „ForeSightNEXT – Plattform für Daten, künstliche Intelligenz und Services im Smart-Living-Ökosystem“. Ziel ist es, einen universellen, von allen Marktteilnehmern akzeptierten und vertrauenswürdigen Datenraum zu entwickeln. Er dient als Basis für die Entwicklung nachhaltiger, KI-basierter Smart-Living-Dienste und -Anwendungen, die hersteller- und systemübergreifend nutzbar sind. ForeSightNEXT schafft damit die Grundlage für weitere Projekte im Rahmen des Technologieprogramms SmartLivingNEXT.

Beteiligt sind neben den 35 geförderten Projektpartnern zahlreiche assoziierte Akteure aus Wirtschaft und Wissenschaft. Die GSW stellt wohnungswirtschaftliche Daten zur Verfügung, die für Energieeffizienz und -transparenz sowie für strategische Ausrichtungen wie die kommunale Wärmeplanung wichtig sind. Ein Schwerpunkt der GSW liegt außerdem auf ihren Mietparteien als mögliche Nutzer künftiger Smart-Living-Anwendungen. Dazu gehört beispielsweise eine App zur Kontrolle von (Mieter-)Strom- und Wärmeverbräuchen. 


5.3 Interne Entwicklungsprojekte

Die Energiekrise verdeutlichte, dass der Verbrauch von Energie in Form von Wärme, Warmwasser und Strom in der Wohnungswirtschaft nicht nur als durchlaufender Posten in der Betriebskostenabrechnung gesehen werden kann. Die Gesamtsumme aller Aufwendungen für die Mietparteien lässt sich nur bedingt ausdehnen. Unser Bereich Forschung und Entwicklung sondiert daher intensiv Angebote zur Optimierung der Energieerzeugung und -verteilung auch mit Hilfe digitaler Verfahren. 


Die Lösungen werden hinsichtlich ihrer Funktionalität, aber auch ihrer Anschaffungs- und Betriebskosten bewertet. Eine Folge ist die Ertüchtigung unserer Gebäude für die Digitalisierung durch eine eigene E-Mail-Adresse und einen Internetanschluss. In der Heizperiode 2023/2024 erfolgten erste Tests, weitere befinden sich in der Vorbereitung.


Die Kontakte zu Wissenschaftler*innen aus den Projekten und deren wertvolle Impulse nutzen wir, um neben der Optimierung der Anlagentechnik auch im Bereich der Aufklärung und Motivation unserer Mietparteien zukünftig neue Wege zu gehen. 

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