75 Jahre GSW

75 Jahre GSW

75 Jahre
„Wohnungsbau im
Dienste am Menschen“

75 Jahre GSW

75 Jahre
„Wohnungsbau im
Dienste am Menschen“

75 Jahre GSW

75 Jahre „Wohnungsbau im
Dienste am Menschen“

Am 25. Juni 1949 wurde die GSW Gesellschaft für Siedlungs- und Wohnungsbau Baden-Württemberg mbH – Bauträgerunternehmen des VdK – im Deutschen Haus in Sigmaringen gegründet. Auf den Tag genau 75 Jahre später feierte sie ihr Jubiläum mit vielen Gästen nur wenige Gehminuten vom damaligen Deutschen Haus entfernt in der Stadthalle Sigmaringen. Gemeinsam warf man einen Blick zurück, sprach aber auch die künftigen Herausforderungen für die GSW Sigmaringen und die Wohnungs- und Immobilienbranche an.

Fast ein ganzes Menschenleben schon handelt die GSW nach dem Werteprinzip „Wohnungsbau im Dienste am Menschen“. 1949 riefen die drei Kriegsopferverbände Baden-Württembergs mit der GSW Sigmaringen eine Selbsthilfeeinrichtung ins Leben, um der Wohnungsnot zu begegnen und Menschen wieder ein bezahlbares Zuhause zu schaffen. Aus der ehemaligen „Selbsthilfeeinrichtung“ sei nach 75 Jahren ein modernes Immobilienunternehmen mit hoher Innovationsbereitschaft geworden, ihre soziale Ausrichtung habe die GSW dabei jedoch nie aus dem Blick verloren, betonte Hans-Josef Hotz, Vorsitzender des Sozialverband VdK Baden-Württemberg e. V. und Aufsichtsratsvorsitzender der GSW in seiner Festrede. Gegründet als gemeinnützige Selbsthilfeeinrichtung, konnte die GSW bereits sechs Jahre nach Ihrer Gründung die 2.000 Wohnung fertigstellen. Die Gründer der GSW hätten ihre Aufgaben unter schwierigsten Voraussetzungen und in einer Weise gemeistert, wie dies heute nicht mehr denkbar sei.


Hotz bemerkte auch, dass sich die GSW in 75 Jahren fortwährend weiterentwickelt und vor dem Hintergrund der Wertevorstellungen des Sozialverbandes VdK im Wohnungsbau engagiert habe. Traditionelle Werte wie Solidarität, Menschlichkeit und Fairness würden noch heute die tägliche Arbeit der Gesellschaft prägen. Die Mieterinnen und Mieter würden hierbei von bezahlbaren Mieten profitieren und müssten sich keine Sorgen darüber machen, dass sie ihre Wohnung wegen rein wirtschaftlicher Motive und Gewinnmaximierung verlieren könnten.


Die Rede von Hotz macht deutlich, dass sich die GSW im Laufe ihrer Geschichte immer wieder bewiesen hat, dass sie sich flexibel auch an schwierige Rahmenbedingungen und unterschiedliche Entwicklungen angepasst hat. So auch an die jüngsten Herausforderungen an die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft: Dem demografischen Wandel begegnet sie mit dem Bau von mehr altersgerechtem Wohnraum, von Pflegeheimen sowie Wohnungen mit Betreuungsservice. Angesichts des Klimawandels investiert die GSW verstärkt in ökologisch-nachhaltige Neubauten und in die energieeffiziente Sanierung ihres Bestandes.

Engagement der GSW ist „ungebrochen” 


Sigmaringens Bürgermeister Dr. Marcus Ehm betonte in seinem Grußwort die Verbundenheit der GSW zur Stadt. Nicht nur die Gründungsgesellschafterversammlung habe am 25. Juni vor 75 Jahren in Sigmaringen stattgefunden, auch der Aufsichtsrat habe das erste Mal im großen Sitzungssaal des Rathauses in Sigmaringen getagt. Ehm stellte fest, dass 75 Jahre GSW nicht nur 75 Jahre unternehmerischer Erfolg seien, sondern vor allem auch 75 Jahre Dienst am Menschen. So sei die GSW der einzige Vermieter in Sigmaringen, welcher öffentlich geförderten Wohnraum anbiete. Zahlreiche Gebäude würden das bis heute ungebrochene Engagement der GSW an ihrem Unternehmenssitz bestätigen. Darüber hinaus sei die Gesellschaft auch ein wichtiger Arbeitgeber in der Stadt.


Heute, im Jubiläumsjahr, verfügt die GSW über ein umfassendes Portfolio mit rund 4.650 Wohnungen, Pflegewohn- und Pflegeplätzen und Gewerbeeinheiten in Baden-Württemberg, Berlin und Sachsen-Anhalt. Hiervon sind mehr als 1.300 Wohnungen immer noch öffentlich gefördert. Hinzu kommen noch rund 2.400 fremdverwaltete Wohnungen und Gewerbeeinheiten. Zusammen mit dem Bauträger- und Maklergeschäft bildet dies ein solides wirtschaftliches Fundament. Das unternehmerische Handeln ist dabei nach wie vor von den traditionellen Werten der GSW wie Solidarität, Fairness und Menschlichkeit geprägt.

Politik muss Rahmenbedingungen schaffen

Lilienthal bemerkte, dass sich die Schaffung und die Vermietung von Wohnraum nicht mehr ohne die Politik bewerkstelligen lasse. Sowohl auf Landes- wie auch auf Bundesebene seien alle Aktivitäten des Bauens eng mit der Politik verbunden und maßgeblich von deren Entscheidungen abhängig. Da die GSW sich in den vergangenen Jahren stark im Bereich des geförderten Wohnungsbaus engagiert habe, sei hier der erste Ansprechpartner das Land Baden-Württemberg, da es für das Landeswohnraum-förderprogramm verantwortlich sei. Die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum sei aufgrund der derzeitigen Rahmenbedingen jedoch kaum noch möglich, fuhr Lilienthal fort.


Landtagsabgeordneter Klaus Burger überbrachte den Gruß und Glückwunsch von der Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen Nicole Razavi zusammen mit der Nachricht, dass Razavi bei den aktuellen Haushaltsverhandlungen bemüht sei, eine Milliarde Euro an Fördermitteln für den Wohnungsbau zusammenzubekommen. Burger beschrieb die GSW in seinem Grußwort als eine Gesellschaft, die ihre soziale Verantwortung aktiv wahrnehmen würde und die sich verändernden Bedarfe der Gesellschaft nicht nur erkennen, sondern auch annehmen würde.


Auch die Direktorin des vbw Verband baden-württembergischer Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V., Dr. Iris Beuerle, bezog in ihrem Grußwort Stellung zur aktuellen Situation in der Bau- und Wohnungswirtschaft. Sie erinnerte an die von Hotz eingangs erwähnten Zahlen: Bereits wenige Jahre nach Gründung der GSW waren bereits 2.000 Wohnungen fertiggestellt – Zahlen, die man sich heute wünschen würde, wenn man daran denke, wie lange es allein dauere, eine Baugenehmigung zu erhalten. Dieses Beispiel zeige, dass wenn man tatsächlich etwas wolle, man auch Lösungen finden würde.


Zum ersten Mal in der Geschichte habe man in Baden-Württemberg ein Ministerium für das Thema Wohnen und zudem auch noch auf Bundesebene, fuhr Dr. Beuerle fort. Man sollte denken, dass solche Ministerien etwas bewirken könnten, aber das Gegenteil sei der Fall. Für eine Neubauwohnung müsse man aktuell als Kostenmiete 21 EUR/m² verlangen, was die Mieterinnen und Mieter nicht mehr bezahlen könnten. 2021 habe die Kostenmiete im Neubau hingegen noch bei 11 EUR/m² gelegen. Dr. Beuerle verwies auch auf den Fakt, dass Baden-Württemberg Schlusslicht in ganz Deutschland im sozialen Wohnungsbau sei: In keinem Bundesland würden mehr sozial geförderte Wohnungen fehlen. Wenn schon kein Geld für den Wohnungsbau da sei, könne man doch wenigstens Verfahren beschleunigen. 37 Prozent des Baubudgets würden in Baden-Württemberg für Verwaltungskosten ausgegeben. Andere Länder würden bei unter 10 Prozent liegen. Hierfür müsse man nur Gesetze ändern, was nichts kosten würde. Die Politik müsse nun endlich handeln, forderte Dr. Beuerle, damit endlich bezahlbarer Wohnraum entstehe. Die GSW handele hingegen und warte nicht, womit die Gesellschaft soziale Verantwortung übernehme.



Die Historie hat gezeigt, dass sich die GSW stets weiterentwickelt hat. Damit besitzt sie die besten Voraussetzungen, um auch die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen im Sinne ihres sozialen Auftrags bewältigen zu können. Gleichzeitig gab Lilienthal zu bedenken – und damit richtete er sich auch an die anwesenden Vertreter der Landespolitik –, dass die GSW die Aufgabe, auch in Zukunft bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, nicht allein stemmen könne. Dies gelinge nur gemeinsam mit der Politik, die dafür die erforderlichen Rahmenbedingungen schaffen müsse.

„Wenn schon kein Geld für den Wohnungsbau da ist, kann man doch wenigstens Verfahren beschleunigen.“

Dr. Iris Beuerle, vbw-Verbandsdirektorin

Gründung der GSW:

„Wohnungsbau im Dienste am Menschen“

25. Juni 1949

Erste Verwaltungsräume der GSW
im Landeshaus in der
Antonstraße in Sigmaringen


Waldseer Straße in Biberach

Als soziales Hilfswerk zur Schaffung von Wohnraum gegründet, baut die GSW als Bauträgerunternehmen des Sozialverband VdK die ersten Häuser. Bereits 5 Jahre nach ihrer Gründung waren 2.000 Wohnungen fertiggestellt.

1950er-Jahre

"Es ist die größte und schönste Aufgabe, Menschen durch Schaffung gesunder Wohnungen glücklicher zu machen.“

Geschäftsführer
Willi Schmidt-Schmeda

Bleuelwiesen in Albstadt-Ebingen
Offenburg, ohne Straße

Aufgrund von Preissteigerungen und Arbeitskräftemangel am Bau führt die GSW Rationalisierungsmaßnahmen durch und testet neue Bauverfahren. Aufgrund der Einschränkung der öffentlichen Förderung und des Wegfalls zinsloser Baudarlehen werden erstmals Mieterhöhungen durchgeführt.

1960er-Jahre

In den 1970er-Jahren kam es in Folge der Babyboomer nochmals zu einem Bauboom. Die steigende Grundstücksnachfrage führte dazu, dass man zu einer verdichteten Bauweise überging. Für die GSW hieß dies: höher bauen! 1970 entstand in Rottenburg a. N. das erste Hochhaus der GSW, dem in den nächsten Jahren sechs weitere mit bis zu 14 Stockwerken folgten.

1970er-Jahre

Klausenstraße in Rottenburg a. N.
Lustnauer Zentrum in Tübingen

Ein tiefgreifender Strukturwandel Anfang der 1980er-Jahre führte wieder zu größenmäßig überschaubaren Häusern. Die Neuorientierung im Wohnungsbau veranlasste die GSW zum unternehmerischen Umdenken und zur Marktanpassung. Sie erschloss sich neue Geschäftsfelder und wurde zum Beispiel in der Stadtsanierung und dem Gewerbebau tätig.

1980er-Jahre

Umzug in neue, größere Geschäftsräume an den Donauauen in Sigmaringen

1984

GSW Hauptgeschäftsstelle in der Au in Sigmaringen
Käthe-Kollwitz-Siedlung in Naumburg an der Saale

Die GSW ist als eines der ersten Wohnungsbauunternehmen Baden-Württembergs nach der Wende in Sachsen-Anhalt tätig. Hierzu gehört die Kernmodernisierung von 160 ehemaligen Wohnungen der russischen Streitkräfte und der Neubau von 150 Miet- und Eigentumswohnungen in Naumburg an der Saale.

1990er-Jahre

Mit der Aufgabe, Wohnraum für ältere Menschen zu schaffen, verbindet sich eine große sozial-, gesellschafts- und auch wohnungspolitische Verpflichtung. In den vergangenen 25 Jahren erstellten wir 7 Seniorenzentren mit 361 Pflegeplätzen, 14 Seniorenwohnanlagen und Seniorenresidenzen mit 336 betreuten Wohnungen und 5 ambulant betreute Pflegewohngruppen mit 56 Pflegewohnplätzen.

2000er-Jahre

Seniorenwohnanlage Strohdorfer Straße in Sigmaringen
Future Living® Berlin in Berlin-Adlershof

Seit 2012 ist die GSW im Bereich Smart Home/AAL tätig mit dem Ziel, Menschen möglichst lange ein komfortables und selbst-bestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. Auf dieser Grundlage haben wir unter anderem unsere Leuchtturmprojekte AAL-Wohnung und Future Living® Berlin entwickelt. Seit 2020 steht die Digitalisierung der Haustechnik im Fokus.

2010er-Jahre

2014

Umzug der Geschäftsstelle ins
L1 am Leopoldsplatz

Firmensitz der GSW, das L1 am Leopoldplatz in Sigmaringen
Lustnauer Zentrum in Tübingen

Bis 2045 will Deutschland klimaneutral sein – der CO2-Ausstoß soll bis 2030 halbiert werden. Die Dekarbonisierung des Gebäudebestandes ist eine der größten Herausforderungen, welche die GSW in den nächsten Jahrzehnten zu meistern hat. Um die Klimaziele zu realisieren, haben wir bereits 2021 eine Projektgruppe zusammengestellt mit dem Ziel, eine Roadmap mit einem Strategie- und Maßnahmenplan zur Erreichung der Klimaneutralität zu erstellen.

2020er-Jahre

Heute

Ca.

4.600

Bestandswohnungen, Pflegewohn- und 

Pflegeplätze, Gewerbeeinheiten

Eschenstraße in Mössingen

Wasenstraße in VS-Schwenningen

öffentlich geförderte Wohnungen

Ca.

1.400

Ca.

2.300

fremdverwaltete Wohnungen

Niedernauer Straße in Rottenburg am Neckar


25. Juni 2024

Jubiläumsfeier
zum 75-jährigen
Jubiläum

„Das unternehmerische Handeln ist nach wie vor von den traditionellen Werten wie Solidarität, Menschlichkeit und Fairness geprägt.“

Geschäftsführer
Roy Lilienthal


Ludwigstraße in Reutlingen

Trotz immer schwierigeren Rahmenbedingungen erfüllt die GSW weiter ihren sozialen Auftrag, bedarfs- und klimagerechten sowie bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

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